4. Oktober 2016

Notfall im Gesundheitswesen

Die diesjährigen Krankenkassenprämien steigen auch im kommenden Jahr wieder – gemäss Bundesamt für Gesundheit BAG im Schnitt um 4.5 Prozent (Es handelt sich dabei um die minimalste Erhöhung. Dieser Wert erhebt keinen Anspruch auf flächendeckende Anwendung). Die grössten Kostentreiber sind die Überarztungen durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte und Spitäler, hier besonders im ambulanten Bereich, wo vor allem auch die Notfallbehandlungen stark zugenommen haben. Neue Zahlen zeigen die massive Zunahme der Behandlungen – insbesondere müssen die Spitalärztinnen und –ärzte immer mehr Bagatellfälle behandeln, da die Notfallversorgung durch niedergelassene Hausärzte oft nicht mehr flächendeckend funktioniert. Die Krankenversicherer wollen jetzt schärfere Kontrollen.

Untermauert wird diese Aussage durch die Statistik des BAG, welche zeigt, dass die ambulanten Behandlungen innert 10 Jahren in der Arztpraxis um 55 % und im Spital um 89 % gestiegen sind. Die stationären Behandlungskosten sind um 43 % gestiegen und die Spitex sogar um 104 %. Medikamentenkosten stehen an dritter Stelle bei den Leistungen pro versicherte Person in Franken, haben aber im prozentualen Ranking nur 25 % zugenommen. Diese Kostensteigerungen bereiten den Krankenversicherern grosse Sorgen.

Der Spitzenreiter mit der grössten prozentualen Kostenzunahme pro versicherte Person sind die ambulanten Kosten im Spital. So kostet eine Konsultation im Spital durchschnittlich 427 Franken und in der Arztpraxis 196 Franken. Es sind vor allem die teure Infrastruktur und die 24-Stunden-Einsatzbereitschaft für die höheren Kosten verantwortlich.

Quelle: SonntagsZeitung vom 02.10.2016